Schule digital: Mehr Geld für Cloud, PC-Wartung und Fortbildung • Technikwerker

Bayern macht Tempo bei der Digitalisierung der Schulen. Für eine "Bayern-Cloud", bessere Betreuung von Schulcomputern und Lehrer-Fortbildungen sollen zusätzlich 450 Millionen Euro ausgegeben werden. Verbände und Vertreter sind weitgehend zufrieden.

Über zwei Milliarden Euro sollen bis 2024 den bayerischen Schulen einen Digitalisierungsschub verpassen. Rund 900 Millionen Euro davon stammen vom Bund. Ministerpräsident Markus Söder formuliert plakativ, die Staatsregierung wolle einen "Digital-Turbo" einlegen. Mit den Ergebnissen des Gipfelgesprächs mit den Verbänden in der Staatskanzlei, sei er zufrieden. Ein Drei-Säulenprogramm solle schon in naher Zukunft für besser funktionierendes digitales Lernen sorgen.

Drei-Säulenprogramm für digitales Lernen

Mit den sogenannten Sachaufwandsträgern (Gemeinden, Städte, Landkreise) hat sich die Staatsregierung auf die Finanzierung von rund 600 IT-Systemadministratoren geeinigt. Der Freistaat übernimmt mit rund 80 Millionen Euro die Hälfte der Kosten für die bereits seit langem anstehende Forderung der Schulen. Die externen Experten sollen für die Wartung der Endgeräte an den Schulen zuständig sein. Rund 200 Mitarbeiter sollen in einem neu zu gründenden Zentralen Schulrechenzentrum angestellt werden.

"Bayerncloud" und "Schul-Youtube"

Außerdem soll bisher nur mangelhaft funktionierende Lernplattform Mebis zu einer "Bayerncloud" und einer Art "Schul-Youtube" ausgebaut werden: Für Lernvideos, Podcasts und Videokonferenzen. Bedürftige Schülerinnen und Schüler können sich künftig rund 250.000 Endgeräte ausleihen. Für ihre 150.000 Lehrer will die Staatsregierung probeweise 20.000 Dienstrechner anschaffen.

Lehrerfortbildungen werden ausgebaut

Als dritte Säule der Schuldigitalisierung wird die Lehrerfortbildung gestärkt. Vor allem in Webinaren sollen sich die Pädagogen gegenseitig schulen, wie Distanzunterricht übers Internet gestaltet werden kann.

Wegen Digitalisierungsschub kein verlorenes Schuljahr

Wie Söder, nutzte auch Kultusminister Michael Piazolo (FW) die Pressekonferenz um Lehrern, Beamten und Schülern für ihre Anstrengungen während der letzte Monate zu danken. Das vergangene Schuljahr sei wegen der neuen Unterrichtsformen "kein normales, aber auch kein verlorenes Jahr". Zu Kritikern seiner Amtsführung sagte Piazolo, dass die Digitalisierung an Schulen ein "gesteuerter" Entwicklungsprozess sei, der monatlich immer besser funktioniere.

Söder mit Piazolos Arbeit grundsätzlich sehr zufrieden

Auf die Frage ob er als Regierungschef mit der Arbeit seines Bildungsministers zufrieden sei, antwortete Söder: "Ich bin ihm sehr dankbar. Auch für Geschmeidigkeit und Flexibilität." Söder schätze am Schulministerium, dass nicht alles von oben aufgezwungen werde, sondern dass es "Beinfreiheit" gebe, Dinge vor Ort anders zu regeln. Trotzdem müsse man das Thema nochmal "mit mehr Wucht" versehen, er habe deshalb persönlich das nötige Geld beim Finanzminister locker gemacht. Söders Zwischenzeugnis für Piazolo: "Ich finde er macht das sehr gut. – Pause – Aber: kann auch noch besser werden, bei uns allen."

Schüler fordern, Tablets wie Schulbücher auszuleihen

Nach dem Schuldigitalgipfel äußerte sich auch Landesschülersprecher Joshua Grasmüller grundsätzlich positiv über die Beschlüsse. Diese müssten jetzt aber auch schnell und unbürokratisch in den Schulen ankommen. "Es bringt nichts, wenn ich von der Schule ein digitales Endgerät zwar grundsätzlich gestellt bekomme, mich aber durch 30 Seiten Papierantrag durchwälzen muss, um dann vielleicht in zwei Jahren irgendwann mal ein Tablet in der Hand zu haben", so der Landesschülersprecher.

Grasmüller wünscht sich, dass die Schüler zu Beginn des Schuljahres zusätzlich zu den Büchern auch ein Tablet bekommen. Dafür sind die sogenannten Sachaufwandsträger zuständig, also Städte, Gemeinden und Landkreise.

Vergabevorschriften verzögern Digitalisierung

Landkreistagschef Christian Bernreiter (CSU) versuchte zu erklären, warum die Anschaffung von Computern und Tablets, oder die Versorgung der Schulen mit schnellem Internet so lange dauert. Zum einen habe die Bundesregierung erst im Januar ihre Förderrichtlinien bekannt gegeben. Schließlich sei man in Deutschland und müsse sich an Gesetze und Ausschreibungsauflagen halten. "Ich bitte um Verständnis, wir können nicht einfach in den Laden gehen und sagen, wir bestellen jetzt mal", so Bernreiter.

Trotz Digitalisierung: Schüler sollen im Mittelpunkt bleiben

Walburga Krefting von der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände sagte, die Lehrerverbände stünden grundsätzlich hinter den Plänen der Staatsregierung. Sie betonte allerdings, die Digitalisierung dürfe nie Selbstzweck werden. Sie müsse immer der Pädagogik folgen. Söder beschwichtigte: Die Digitalisierung solle kein Ersatz für den Schulunterricht sein, sondern eine Ergänzung: "Die Regelmäßigkeit von Schule muss gewährleistet werden."

BLLV warnt vor Überforderung durch zu viel Tempo

Vor zu viel Tempo und Turbo warnte die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Simone Fleischmann. Nach eigener Aussage, habe sie Angst, dass man "mit diesem Tempotempotempo die Menschen verliert, die Kinder verliert mit ihren Bedürfnissen" und, "dass wir Lehrerinnen und Lehrer nicht mitkommen."

Dabei seien die Lehrer bereit für die Digitalisierung, betonte Fleischmann. Auch Grüne und SPD im Landtag begrüßen die Ergebnisse des Gipfels grundsätzlich. Sie mahnen jedoch einen Rahmenlehrplan "Digitale Schule" und noch mehr Lehrerfortbildungen an.

Quelle: "Darüber spricht Bayern", BR24




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